Die Architektur unserer Kirche

Die Lukaskirche ist in ihrer modernen Sachlichkeit ein charakteristischer Bau der Sechziger Jahre. Der Architekt Erich Rossmann entwickelte den Grundriss der ganzen Anlage aus einem quadratischen Raster von zwei Metern Weite, das sich in der Pflasterung des Kirchplatzes abzeichnet. Das Niveau ist um zwei Stufen erhöht und dadurch aus dem Straßenraum herausgehoben. Der Glockenturm steht als Campanile getrennt vom Kirchengebäude an der Straßenecke.

Der Grundriss der Kirche ist ein regelmäßiges Achteck. Die oberen zwei Drittel der Wände lösen sich in ein Netz von Glasbausteinen auf. Die Berankung mit wildem Wein ändert Farbe und Dichte mit dem Wechsel der Jahreszeiten und verleiht dem geometrischen Baukörper Lebendigkeit. Das Baumaterial Stahlbeton ermöglicht freie Formgebung und große Spannweiten ohne störende Stützen. Das Betonskelett, dessen acht Träger in der Mitte der Decke zusammenlaufen, erinnert an das Gestänge eines Zeltes. Der Zentralraum vermittelt ein Gefühl des allseitigen Umfangenseins. Das gerasterte Gefüge quadratischer Betonwabensteine lässt gedämpftes Licht von allen Seiten einfallen.

Trotz der zentralisierten Grundrissform besitzt der Kirchenraum eine klare Ausrichtung auf die Stirnseite gegenüber dem Eingang. Das Zentrum liturgischen Geschehens befindet sich nicht im Mittelpunkt des Raumes. Der Altar wird zwar auf ein ringsum freies rundes Podest gesetzt, rückt aber gleich einer Bühne nach hinten.

Die Kanzel zur Rechten und der Taufstein zur Linken des Altarpodests komplettieren die drei Brennpunkte gottesdienstlichen Handelns. Orgelempore und Bankreihen nehmen den Winkel des Achtecks auf.

Die Gemeinde versammelt sich von drei Seiten um das Altarpodest. 310 Sitzplätze bietet das Kirchenschiff. Blickkontakt untereinander ist möglich, die Gemeinde nimmt sich als Gemeinschaft wahr.

(von Kathrin Ellwardt)

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