Die Gemeindebücherei

Bücher für Kinder und Erwachsene


Die Lukasgemeinde beherbergt eine kleine, gut sortierte Bücherei mit ca. 3500 Medien.

Hier können Sie nach Lust und Laune stöbern, denn in unserer Bücherei werden weder Anmeldegebühren, Leihgebühren, Lesegebühren oder gar eine Jahresgebühr erhoben. Das vielfältige Bücherangebot richtet sich sowohl an Erwachsene, als auch an Kinder. Der Bücherbestand wird fortlaufend durch Neuerwerbungen erweitert.

Sie sind herzlich eingeladen, sich in der Bücherei umzusehen und Ihre Lektüre nach Wunsch auszuwählen.

Hier gibt es auch einen gemütlichen Tisch mit Sitzgelegenheit, so dass Sie in Ruhe in jedes Buch hineinschauen können, bevor Sie es mitnehmen - oder wieder zurückstellen. Und oft ist auch jemand für den persönlichen Austausch da.


Öffnungszeiten der Gemeindebücherei:

Dienstags: 15.30 Uhr - 17.30 Uhr
Mittwochs: 8.30 Uhr - 9.30 Uhr
Sonntags: nach dem Gottesdienst ab 11.00 Uhr


Buchbesprechung

Evangelischer Buchpreis 2018


Susann Pásztor: Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Begründung der Jury:

Susann Pásztor ist ein wahres Kunststück gelungen. Sie hat einen Roman über Sterbebegleitung geschrieben, der nicht traurig macht, sondern mit viel Humor Lust aufs Leben weckt. Die 60-jährige Karla ist unheilbar an Krebs erkrankt. Sie bittet beim Hospizverein um jemanden, der sie in den letzten Wochen ihres Lebens begleitet. Für Fred, der auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe gerade die Ausbildung zum Hospizhelfer absolviert hat, wird Karla damit zu seinem ersten „Fall“. Seine gut gemeinten, aber hilflosen Angebote stoßen bei Karla auf schroffe Ablehnung. Sie will keine Liste von Dingen, die sie vor ihrem Tod unbedingt noch erleben müsste. Sie will einen Menschen, der in ihrer Nähe ist, wenn sie ihn braucht, und der sich zurückzieht, wenn sie allein bleiben will. Es dauert eine ganze Weile, bis Fred nicht mehr seine Vorstellungen von einer richtigen Begleitung umsetzen möchte, sondern auf die Bedürfnisse von Karla eingehen kann. Unerwartete Hilfe bekommen beide von Freds 13-jährigem Sohn Phil. Er hilft Karla, die eine leidenschaftliche Fotografin war, unzählige alte Negative zu scannen. Und er lernt, Karla mit ihren Bedürfnissen zu verstehen. Beeindruckend, wie die Autorin die behutsame Annäherung des Jungen an die todkranke Karla erzählt.

Mit scharfer Beobachtungsgabe und viel Witz lässt Susann Pásztor die Lesenden an den Gesprächsrunden der Supervisionsgruppe teilnehmen, in denen die Auseinandersetzung mit dem Sterben sowie das Schöne, aber auch Enttäuschende der Hospizarbeit zur Sprache kommen. Und immer wieder schwingt die Frage mit, was die Hilfsbereiten selbst von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit haben.

Die Autorin beschreibt die Figuren ihres Romans mit großem Respekt, mit feinsinnigem Humor in der Schilderung ihrer Motive und einem liebevollen Blick auf das Bemühen, das Leben zu gestalten.

Ein wunderbarer Roman, der den Tod ernst und das Leben mit all seinen Wirrungen doch leicht nimmt.

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